Auf freiem Feld, nahe der Drautalstraße, steht die
Filialkirche St. Athanasius,

im Volksmund Athanás genannt. Das Gotteshaus ist eine altehrwürdige Wallfahrtsstätte und ein kunstgeschichtlich interessanter Sakralbau. Bischof Athanasius von Alexandria gehört zu den im deutschen Sprachgebiet selten dargestellten griechischen Kirchenvätern, nahm am Konzil von Nikäa (325) teil und setzte sich gegen die Arianer für die Wesensgleichheit der Heiligen Dreifaltigkeit ein. Deswegen wurde er in die Verbannung geschickt und soll auf einer seiner unfreiwilligen Reisen durch das Drautal gekommen sein und auf dem Stein, der heute in der Kirche gezeigt wird, gerastet haben. Er starb 373 im Exil, gilt als Märtyrer und ist Patron für die Heilung bei Kopfschmerzen. Das niedrige einschiffige Langhaus stammt aus der romanischen Epoche, der spätgotische Chor wurde 1481 vorangestellt (s. a. bauaufnahme). In der Zeit des Barocks wurden die Sakristei und die schindelgedeckte Vorlaube errichtet. An der Nordseite außen wurden zwei Christophorus-Fresken (um 1400) im Zuge der Renovierung freigelegt. Erwähnt sei noch, dass die Kirche St. Athanas 1988 den koptischen Christen in Österreich als Gottesdienstraum zugesprochen wurde. Seither finden sich um den Athanastag, 2. Mai, die koptischen Christen aus ganz Österreich zusammen und gestalten die Feierlichkeit nach ihrem Ritus.

Blick in den gotischen Chor von 1481 Mondsichelmadonna, 17. Jh. Blick vom Chor in das Kirchenschiff
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