lokale Kopie von
http://xarch.tu-graz.ac.at/home/maurerb/architektur/bauaufnahme/bauaufnahme.htm

grund.jpg (96944 bytes) schnitt.jpg (82249 bytes)

Auf freiem Felde, bei Berg im Drautal, nahe der Drautalstraße (Kärnten),
steht die Filialkirche St. Athanasius, im Volksmund auch St. Athanas genannt.

Die geschichtlichen Hintergründe lassen auf ein hohes Alter der Kirche schließen. Das niedrige, einschiffige Langhaus dürfte im Kern bereits aus romanischer Zeit Zeit stammen. Der sehr hohe spätgotische Chor wurde 1481 vorangestellt. Nach dem Umbau und den Türken- oder Ungareneinfällen wurde die Kirche 1485 vom Bischof von Caorle erneut geweiht. Der beabsichtigte Neubau des Kirchenschiffes blieb aus nicht geklärten Gründen ungebaut. Erst im Barock wurde die Sakristei an der Nordseite der Kirche errichtet, ebenso die schindelgedeckte Vorlaube, mit Opferstock und Bänken an der Westfassade. Seitlich des Rundbogenportals sind querrechteckige Fenster in die Westwand eingebracht. An der Nordseite des Außenbaues finden sich noch Spuren eines 1400 entstandenen Christpherus Freskos.

Der Raumeindruck des Inneren wird im Langhaus durch die Balken des hölzernen Dachstuhls und die 1687 eingebaute Holzempore bestimmt. Der eingezogene, weit höhere Chor öffnet sich durch einen Triumphbogen. Der zweijochige Chorraum schließt in fünf Seiten des Achtecks und wird durch drei schlanke Spitzbogenfenster belichtet. Das reiche Rippengewölbe ruht auf Konsolen und ist mit Malereien verziert. In die mit floralen Ranken gefüllten Gewölbefelder sind gotische Maßwerksformen eingetieft. Diese kleinen Felder und die Schlußsteine des Gewölbes wurden mit den 14 Nothelfern, Sol und Luna sowie diversen Wappen bemalt. An der nördlichen Wand des Chorschlusses befindet sich eine Weltgerichtsdarstellung aus dem 17. Jahrhundert. Im Spätbarock hatten die Chorwände Szenen aus der Vita des hl. Athanaius geschmückt, die aber bei der Restaurierung 1965 wegen ihres schlechten Zustands nicht mehr hergestellt werden konnten. Im Laufe der Jahrhunderte hat ein reger Tausch der Altäre zwischen der Pfarr- und der Filialkirche stattgefunden. Die heutige Aufstellung der Altäre wurde bei der letzten Renovierung festgelegt. Der Hochaltar wurde 1666 gefertigt. In der Mittelnische des schwarzgrundigen, goldornamierten Schnitzaltars steht St. Athanasius und ihm zur Seite die Heiligen Georg und Andreas. Den Schrein flankieren zwei Bischöfe, die nur durch Infel und Buch erkennbar sind. Im Aufsatz des Altares wird die Heilige Familie in einem ovalen Ölgemälde gezeigt.

Auf einsamen Feld, Herberge der Geschichte, Zeuge der Zufluchtssuche, St. Athanasius.

BACK